STEFAN NAGEL

Biographie

About Me…

Stefan Nagel erhielt seine ersten Ballettstunden bereits im Alter von vier Jahren von einem fahrenden Tanzlehrer in Anröchte/Westfalen, wo er aufwuchs.

Mit 18 Jahren begann er sich intensiv für den Tanzlehrerberuf zu interessieren, machte aber nach dem Abitur vorsichtshalber erst eine Ausbildung zum Groß-und Außenhandelskaufmann, die er erfolgreich bei der Industrie- und Handelskammer Berlin abschloss.

Am nächsten Tag begann er die Ausbildung zum ADTV-Tanzlehrer, die er allerdings nicht beendete, denn es zog ihn zu sehr zur Bühne. Um sich sein Tanzstudium zu verdienen, nahm der das Angebot seines Ausbildungsbetriebes an, und arbeitete dort im Außendienst als Verkäufer für Fotokopiergeräte.

Nebenbei begann seine Ausbildung zum Tänzer in Ballett, Jazz, Modern, Afro und natürlich Stepptanz u.a. bei Hannelore Doodt, Carnell Lyons, Milton Irons, Anita Barth, und Vladimir Gelvan.

Nach zwei Jahren kündigte er die sichere Stellung, damit er seine künstlerischen Ausbildung in Vollzeit machen, und seinen Traum von der Bühne ausleben konnte.

Jetzt begann auch sein klassisches Gesangsstudium, zuerst bei dem Tenor Prof. Garay.

Erste Musicalerfahrungen brachten ihm die Musicalkurse von Susi Nicoletti in Salzburg, bei denen er später auch als Lehrer tätig war.

Am Ende des Kurses gab es eine kleine Musicalshow, bei der diverse Intendanten nach neuen Talenten suchten.

So kam er zu seinem ersten TV-Engangement: Dieter Pröttel besetze ihn für einen Stepptanzauftritt in Michael Schanze’s Nachwuchssendung „Hätten Sie heut Zeit für uns“.

Und das Landestheater Salzburg bot Ihm die Rolle des ‚Action‘ in der „West Side Story“ an. Er lehnte das aber ab, weil er sich schlichtweg noch nicht „gut genug“ dafür fühlte. Er wollte erst ein besserer Tänzer und Sänger werden und in Berlin weiter lernen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später zeigen sollte.

Auch Peter Weck wurde durch diesen Abschlussabend auf Ihn aufmerksam und lud Ihn zwei Jahre später zur Audition von CATS ein.

Sein erstes Engagement wurde gleich ein Volltreffer: 1983 wählten Ihn Komponist Sir Andrew Lloyd Webber, Choreographin Gillian Lynne und Regisseur Trever Nunn unter 800 Teilnehmern für die deutschsprachige Erstaufführung von „CATS“ in Wien aus. Dafür wurde extra ein Steppsolo eingebaut, dass es in keiner anderen CATS-Besetzung auf der Welt vorher und nachher gab.

Durch seine außergewöhnliche Begabung für Stepptanz blieb es nicht aus, dass er zum Studium in die USA mußte. Er reiste mehrfach nach Boston und studierte bei einem der größten Meister dieses Fachs, bei Leon Collins. Ebenso bei Diane Walker und CB-Heterington. Stepptänzer kennen diese Namen.

Um sein klassisches Gesangsstudium (später bei Prof. Richard Gsell von der Hochschule der Künste in Berlin) weiter zu führen, ging er nach dem ersten Jahr „CATS“ zurück nach Berlin und wurde von Peter Zadek für die europäische Uraufführung des Musicals „GHETTO“ an die Freie Volksbühne Berlin engagiert. Hier noch im Tanzensemble, aber umgeben von erstklassigen Schauspielern wie Michael Degen, Ulrich Tukur, Ernst Jakobi, Otto Tausig, Hermann Lause und anderen, reifte schon sein Gedanke sich später auch im klassischen Sprechtheater ausbilden zu lassen.

Im Anschluß holte Ihn Peter Weck zurück zu „CATS“ nach Wien. Diesmal spielte er eine der größeren Solorollen: ‘Skimble von der Eisenbahn’.

Danach folgte ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere: Mit der Rolle des Mike Costa in „A CHORUS LINE“ feierte er am Raimundtheater Wien die österreichische Erstaufführung.

Neben der deutschen Originalaufnahme von „CATS“ ist Stefan Nagel auch auf der deutschen Originalaufnahme von „A CHORUS LINE“ mit dem Song „I can do that“ auf CD zu hören.

Noch während der Laufzeit von „A CHORUS LINE“ holte Ihn Götz Friedrick als Gast an die Deutschen Oper Berlin. Hier spielte er die Pantomimerolle der „schönen Müllerin“ in der Oper „AUS EINEM TOTENHAUS“ unter Götz Friedrich’s Regie.

Nach seiner Rückkehr aus Wien bekam er einen Gastvertrag am berühmten Schiller Theater Berlin in dem Stück „DAS LIEBESKONZIL“, zu dem Konstantin Wecker die Musik schrieb.

Nachdem er schon in vielen großen Musicalproduktionen als Solist mitgewirkt hatte und weiterhin Gesang studierte, begann der Perfektionist dann eine klassische Schauspielausbildung auf der Schauspielschule von Maria Körber, die er drei Jahre später mit der Bühnenreifeprüfung vor dem Deutschen Bühnenverein abschloß. Nun durfte er sich endlich auch „staatlich geprüfter Schauspieler“ nennen.

In der Folge spielte er als Gast viele Musicalhauptrollen an diversen deutschen Theatern. Dazu gehören die Rolle des ‚Vernon‘ in „SIE SPIELEN UNSER LIED“ in Berlin, den ‚König Herodes‘ in „JESUS CHRIST SUPERSTAR“ in Schwäbisch Hall, ‚Will Parker‘ in „OKLAHOMA“ am Stadttheater Hildesheim, und ‚Juan Péron‘ in „EVITA“, und viele, viele andere.

Als ausgebildeter Schauspieler war er jetzt erstmals auch in diversen Rollen im Fernsehen zu sehen.

Seine Begabung für das komische Fach konnte er voll ausleben, als Ihn der Regisseur Peter Lund für die Hauptrolle des ‚Max‘ in der Bouelevardkomödie „OTELLO DARF NICHT PLATZEN“ mit dem Theater am Kurfürstendamm auf Tournee besetzte.

Ein absolutes Highlight für Stefan Nagel begann mit einem Zufall: Bei einem Caféhausbesuch in Wien traf er den Dirigenten Caspar Richter, mit dem er in Wien „CATS“ und „A Chorus Line“, sowie in Innsbruck „MASS“ von Leonard Bernstein gespielt hatte.

Der erzählte Ihm, dass die Staatsoperette Dresden die Deutschlandpremiere des Musicals „SINGIN IN THE RAIN“ plane und bereits monatelang nach einem geeigneten Hauptdarsteller für die berühmte Gene-Kelly-Rolle gesucht, aber noch niemanden gefunden hatte. Ein Vorsingen und Vorsteppen wurde ausgemacht und Stefan Nagel sofort engagiert. Für die berühmte Regennummer „Singin‘ in the Rain“ wurde er vom Publikum der Staatsoperette Dresden begeistert gefeiert.

Hiermit schloß sich ein Kreis, der 25 Jahre zuvor, als Stefan Nagel als Jugendlicher im Kino saß und beim Betrachten der Filmversion beschloß Stepptänzer zu werden, begonnen hatte.

Dieses Erlebnis wurde nur noch durch einen einmaligen Auftritt mit Debbie Reynolds (die Originalbesetzung der ‚Kathy Seldon‘ im Film) in ihrer „DEBBIE REYNOLDS SHOW“ in Las Vegas getoppt.

Anschließend an „SINGIN IN THE RAIN“, wurde er gleich für die Hauptrolle des ‚Gaston Lachailles‘ in „GIGI“ in Dresden weiter engagiert.Viele weitere Musicalhauptrollen folgten.

Die Tatsache drei künstlerische Berufe wirklich erlernt zu haben, hat sich für Stefan Nagel bezahlt gemacht. Er ist in Musicalproduktionen ebenso zu finden, wie in Schauspiel- und Boulevardstücken oder im Fernsehen.

Daneben tritt er mit eigenen Konzerten oder Soloshows auf.

Seiner Liebe zum Jazz und Stepp folgend, war es nur konsequent, im Jahre 2003 seine eigene Big Band zu gründen:

‘Stefan Nagel’ and his „Businessmen of Rhythm“..

Der Name der Bigband hat für Stefan Nagel eine persönliche Bedeutung: Er ehrt damit seinen alten, farbigen Stepplehrer Carnell Lyons, der unter dem Namen „The Three Businessmen Of Rhythm“ in allen großen Varietés der Welt aufgetreten ist, und durch dessen Unterricht und seine Steppschritte, Stefan Nagel seinen Weg ins Showbusiness finden konnte.

Dieses Jahr (2020) feiert er sein 37. Bühnenjübiläum.